Flora & Fauna


FLORA ...

Hier ein paar Besonderheiten und Typisches für diese Region ...

Die Mandelblüte ...

im Februar gehört mit zu den beeindruckendsten Mo-menten im Campo, wenn abertausende von Bäumen Kronen wie aus weißer und rosa Zuckerwatte tragen, wenn die Luft getränkt ist vom sü-ßen Aroma der mil-lionen Mandelblüten und die Bienen von Baum zu Baum summen.

Schon seit Jahrhunderten wird die Region Murcia land-wirtschaftlich genutzt. Der Mandelanbau ist darin fest verankert. Entgegen der kalifornischen Industriemandel wächst die hiesige "de secano", d.h. so gut wie ohne künstliche Bewässerung. Sie ist daher kleiner, aber um ein Vielfaches süßer und aromatischer. Die Ernte findet im August statt. Früher wurden die Mandeln von Hand mit Stöcken aus den Bäumen geschlagen und fielen auf darunter ausgebreitete Stoffbahnen. Heute übernehmen diese schweißtreibende Arbeit Maschinen, die auch gleich die weiche äußere Schale trennen und nur den eigentlichen Mandelkern mit der sie umgebenden harten Schutzschale in ihrem Inneren sammeln.

Zu den weiteren essbaren Nutzpflanzen, die in kei-nem südspanischen Garten fehlen dürfen, gehören die wunderbaren Obstbäume von Granatapfel, Feige, Nispero (Mispel), Maulbeere, Orange, Zitrone und Grapefruit ...

Eine weitere alte Kulturpflanze und ein den Süden prägender Baum ist der Olivenbaum. Die Oli-venernte beginnt im November und zieht sich je nach Sorte und Verwendungszweck bis in den März. Die teuersten und besten Öle werden kalt aus den eigentlich unreifen, grünen Oliven ge-presst. Außerdem werden viele der Früchte als Konserve eingelegt mit Thymian über Orangen bis hin zu wildem Fenchel ...

Meist wild im Campo wachsen die Kapern-sträucher mit ihren herrlich duftenden weißen Blüten. Im Frühjahr werden die jungen Triebe, die "tallos" mit noch ganz zarten Dornen geschnitten und in einer Salzlake eingelegt. Sie schmecken wunderbar zu Tomaten mit Öl und feinem Salz. Im Sommer dann werden die Blütenknospen geern-tet, die man in Deutschland als "Kapern" kennt, und auch in einer Salzlake eingelegt. Die eigentlichen Kapernfrüchte, die Kapernäpfel, sind keulenförmig und werden samt Stil auf die gleiche Art und Weise konserviert.

Als Nutzpflanze nicht unerwähnt bleiben soll das wild wachsende Espartogras, aus dem in Zeiten großer Armut nicht nur allerhand Gebrauchsge-genstände, sondern sogar Schuhe geflochten wur-den. Heute werden diese Artikel zu Recht als Kunsthandwerk deklariert. Das Gras wird und wur-de nach der Ernte zu verschieden breiten Zöp-fen geflochten, in Wasser eingelegt und mit einem Holzklopfer weich geklopft und dann meist zu Kör-ben, Reusen, Eseltragetaschen und -halftern sowie Matten zusammengenäht.

Die runde Matte rechts im Bild, die zur Fußmatte zweckentfremdet ist, wurde früher in den Oliven-pressen benutzt. Es wurde auf einen Stab Matte über Matte gestapelt. Dazwischen wurden die Oli-ven verteilt und dann gepresst ...

Die geflochtenen Espartoseile dienten auch zum Befestigen der Querdeckenbalken der Häuser und zum Anbinden der Esel ...

FAUNA ...

Hier im Süden der iberischen Halbinsel und mit ein we-nig Glück auch auf der Finca findet man auch heute noch wilde Populationen der "Maurischen Land-schildkröte" (Testudo graeca graeca). In der Zeit von September bis März halten die Schildkröten Winter-schlaf, dann aber findet man sie im Campo beim Son-nen. Sie ernähren sich überwiegend pflanzlich. Diese Urgesteine stehen unter strengem Naturschutz.

Greifvögel

In der nahen Sierra Almenara und somit auch in der Finca kann man Stein-, Schlangen- und Ha-bichtsadler sowie weitere Greifvögel beobachten.

Wenn man ihn auch kaum zu Gesicht bekommt, hört man nachts häufig den Ruf des Uhus.


Weitere gefiederte Fincabewohner

Wunderschön anzusehen ist der Wiedehopf mit seinem unverkennbaren Ruf, der seine Beute auf dem Boden sucht, so dass man ihn häufig auf Wegen hockend an-trifft. Die Bienenfresser, die im spä-ten Frühling ruffreu-dig aus ihren Überwinterungsgebieten hierher zurück-kehren, sind mit ihrem bunten Gefieder wunderschön anzuschauen. Der gelb-schwarze Pirol sowie die herrlich gefärbte Blauracke kommen ebenfalls vor. Putzig und so grazil sind die Familienverbände der bodenbrü-tenden Rothühnchen, die es vorziehen zu laufen anstatt zu flie-gen.

Außerdem kommt hier häufig der bodenbrütende Rot-hals-Ziegenmelker vor, eine unscheinbare nachtaktive Schwalbenart, die lautlos auf Jagd geht, deren nächtli-cher Gesang im Sommer aber dafür um so lauter zu hö-ren ist. Auch hier in Spanien rankt sich um den Ziegen-melker die Sage, dass er nachts in Ställe eindringt und an den Zitzen der Ziegen trinkt ...